Damals war es Friedrich
Im Haus des Großhandelsvertreters Resch wohnen zwei Familien zur Miete: Die Familie des
Icherzählers und die Schneiders mit ihrem Sohn Friedrich. Die zwei Jungen, die beide im Jahr 1925
geboren sind und Spiel- und Klassenkammeraden werden, bringen die beiden Familien, die sich
vorher nur freundlich gegrüßt haben, näher zusammen.
Herr Schneider ist Postbeamter und damit wirtschaftlich abgesichert, während der Vater des
Erzählers arbeitslos ist. Die Familie des Erzählers wird daher vom Vater der Mutter finanziell
unterstützt, der seinem Schwiegersohn regelmäßig Vorhaltungen macht und strikt dagegen ist, dass
sein Enkel mit dem “Judenbuben“ Friedrich spielt. Doch die Eltern des Erzählers hegen keinerlei
Vorurteile gegen die Schneiders und ihren jüdischen Glauben.
Ab 1933 (Hitler ist inzwischen Reichskanzler) nehmen die Angriffe auf die Juden zu. Der
Icherzähler und Friedrich sehen auf ihrem Schulweg Arztschilder, auf die das Wort “Jude“
geschmiert worden ist, und erleben den Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte mit. Herr
Schneider wird trotz seines Beamtenstatus entlassen und Herr Resch, ein überzeugter Nazi,
versucht, auf gerichtlichem Weg eine Wohnungskündigung gegen ihn durchzusetzen. Die
Angelegenheit kommt jedoch vor einen Richter, der von Reschs antisemitischer Haltung nichts hält,
sodass Schneiders in der Wohnung bleiben können. Herr Schneider bekommt kurz darauf eine
Anstellung in einem jüdischen Kaufhaus.
Obwohl der Icherzähler und seine Familie das NS-Gedankengut nicht teilen, gliedern sie sich in die
neue Ordnung ein. Der Icherzähler wird Mitglied beim ‚Deutschen Jungvolk‘ und sein Vater tritt in
die NSDAP ein – in der Hoffnung, dass ihm die Parteimitgliedschaft zu einer Arbeit verhelfen
wird. Tatsächlich findet er nun eine gute Anstellung und kann seine Familie versorgen.
Was er auf den Parteiabenden erfährt, beunruhigt ihn aber zutiefst und er legt Herrn Schneider nahe,
Deutschland zu verlassen. Herr Schneider vertraut jedoch auf die Menschlichkeit eines zivilisierten,
modernen Staates, in dem die Juden zwar benachteiligt werden, aber nicht um ihr Leben fürchten
müssen.
Friedrich muss derweil auf eine jüdische Schule wechseln und erlebt immer öfter Ungerechtigkeiten
und Erniedrigungen aufgrund seiner jüdischen Abstammung. Der Icherzähler bleibt die ganze Zeit
hindurch sein guter Freund und feiert fasziniert Friedrichs Bar Mizwa mit, doch selbst der Erzähler
gerät bei einem Pogrom im Jahr 1938 in einen Zerstörungsrausch und ist aktiv dabei, als eine
randalierende Gruppe ein jüdisches Lehrlingsheim zertrümmert.
Am Abend desselben Tages wird auch die Wohnung der Schneiders gestürmt und die gesamte
Einrichtung zerschlagen. Noch in derselben Nacht stirbt Frau Schneider an den Folgen des
Überfalls.
Friedrich und sein Vater leben ab jetzt äußerst zurückgezogen und verdienen sich einen kargen
Lebensunterhalt mit der Reparatur alter Lampen. Eine sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen
dem nun 15-jährigen Friedrich und einem mutigen Mädchen namens Helga scheitert jedoch daran,
dass Friedrich Angst hat, Helga könne seinetwegen ins KZ kommen. Die Familie des Erzählers hält
jedoch vorsichtig Kontakt mit den Schneiders und unterstützt sie mit Lebensmitteln.