Studiekompasset.dkKlasse: STX 3.g · Fag: Tysk fortsættersprog A
1. Interpretiere Wolf Biermanns ''Märchen vom kleinen Herrn Moritz, der eine Glatze
kriegte''.
Die Kurzgeschichte ''Märchen vom kleinen Herrn Moritz, der eine Glatze kriegte'', geschrieben von
Wolf Biermann, welche im Jahr 1976 erschienen ist, handelt von einer Person die eher Zufällig den
Kampf gegen das System der DDR aufnimmt, die jedoch gnadenlos an den Idealen der DDR
scheitert.
Es herrschen eisige Temperaturen, alle sind mit der Situation unzufrieden. Die Autofahrer wegen
den glatten Straßen, der Milchmann weil seine Milch gefriert und so weiter. Alle sehnten sich nach
neuen Zeiten, man sehnte sich nach wärme, man sehnte sich nach Sommer. So auch der Protagonist
Herr Moritz, dem etwas unglaubliches widerfährt.
In der eiserne Kälte, als Herr Moritz die Markthalle betritt, da beginnen Blumen aus seine
Schädeldecke zu wachsen. Anfangs will Herr Moritz die Situation gar nicht wahrhaben, doch als er
es mit seinen eigenen Augen, im Schaufenster erblicken kann, da beginnt er zu realisieren, was
eigentlich sich ginge
Die Euphorie um das Blumen Phänomen stieg rapide an. Alle wollten unbedingt eine der Blumen
ergattern. So sammelte sich, nach geringer Zeit, eine große Menschenmenge um den ahnungslosen
Herren, welche dafür sorgte, dass ein Polizist auf die Situation aufmerksam wurde. Der
Markthallenpolizist forderte Herr Moritz auf seinen Personalausweis zu zeigen, doch in der ganzen
Aufregung konnte Herr Moritz ihn nicht mehr finden. Da verschärfte sich die Situation. Durch die
ganze Aufregung, da begannen die Blumen wieder weniger zu werden und in diesem Augenblich,
da fand er seinen Ausweis.
Als der Protagonist dann anschließend wieder zu Hause war, da musste er miterleben, dass ihm
sämtliche Haare ausgefallen waren, sodass ihm das Schicksal als Glatzen träger nun auferlegt war.
Im weiteren Verlauf meiner Analyse werde ich Aspektorientiert vorgehen.
Alles beginnt damit, dass der Winter, der auch als das Generelle System der DDR stehen könnte,
thematisiert wird. Alle Bürger scheinen mit der Situation unzufrieden zu sein. Dies wird besonders
mit der Hyperbel im Zitat: ''der längste Winter auf der Welt in Berlin (S. 2 / Z.7) Verdeutlicht. Alle
Bürger der DDR sehnen sich nach einer neuen Zeit, die als Sommer, metaphorisch dargestellt wird.
Die Bürger sehnen sich nach einer vertrauten wärme, die sie im System der DDR vergeblichen
suchten.
Die Kurzgeschichte ist so aufgebaut, dass sie stets den Protagonisten, den Herrn Moritz, auf Schritt
und tritt verfolgt. Herr Moritz, der überwiegend mit dem Personalpronomen ''er'' angeredet wird,
wird als ahnungsloser Widerstandskämpfer charakterisiert. So ist er sich beispielsweise, gar nicht
im klaren, dass er den Leuten neue Hoffnung gibt, indem er den Winter trotzt und Blumen, die
eigentlich nur im Sommer wachsen, wachsen lässt. ,,Mir Blumen auf den Kopf! Sagte Herr Moritz,
so was gibt es gar nicht!''(S. 2, Z. 24)
Zu Herrn Moritz äußeres Erscheinungsbild, da ist zu sagen, dass er sehr große Schuhe und einen
schwarzen Mantel trägt. Dies könnten Anzeichen dafür sein, dass Herr Moritz, auch wenn es auf
Handlungsebene eher zufällig erscheint, dass er genau diese Sachen trägt, dass er sich nicht einfach
dem System der DDR fügen will, sondern das er probiert aus der Menge herauszustechen, dass er
versucht seinen eigenen Weg zu gehen.
Eine weitere wichtige Person, die unmittelbar eher eine kleinere Rolle zu spielen scheint, ist die
Frau die ihn darauf aufmerksam macht, dass ihm Blumen aus der Schädeldecke wachsen. Indem sie
den Herrn Moritz danach befragt, ob sie sich eine Blume abpflücken darf und als ihr dies gestattet
wird, gleich nochmal für ihnen Bruder nachfragt, da verdeutlicht sie die Gesamtsituation in der
DDR, nämlich das alle sich nach ein paar Blümchen, die im übertragenen Sinne, für ein neues
System stehen, sehnen. ,,keiner, der eine Blume erwischt hatte, sagte an diesem Tag noch ein böses
Wort'' (S.3 , Zeilen 37-38). Darüber hinaus steigt auf Handlungsebene die Euphorie um die Blumen
auch sehr schnell an. Dieser enorme Aufschwung ist auf die Frau zurück zuführen, wäre sie nicht
gewesen, so hätte die ganze Geschichte höchstwahrscheinlich einen ganz anderen Verlauf
genommen, denn solche Ereignisse benötigen immer einen Vorläufer. Denn wenn man sich nochmal
den geschichtlichen Ausgangspunkt vor Augen hält, so war es eine Zeit der Unterdrückung, in der
es niemanden gestattet war aus der Reihe zu tanzen. Aber trotzdem, genauso wie es anfangs in der
Geschichte, mit dem Hass gegenüber dem Winter, geschildert wird, so hatte die Bevölkerung, trotz
des Hintergrundes, immer noch diesen Gedanken der Veränderung im Hinterkopf. Wäre die Frau
nun nicht gewesen, so hätten die Leute, die um Aufschwung beteiligt waren, vielleicht ihre
Meinung geäußert, doch auf keinem Fall hätten sie das in der Öffentlichkeit getan.
Ein weitere Person die eher mager beschrieben ist, die jedoch doch eine wichtige Rolle spielt ist der
Markthallenpolizist, der die ideale der DDR verkörpert.
Obwohl das Phänomen, dass dem Herrn Moritz Pflanzen aus der Schädeldecke wachsen, auf
Handlungsebene, keine Straftat ist, so zwingt der Polizist, dem Herrn Moritz, ihm trotzdem seinen
Personalausweis auszuhändigen. ,,Wo gibts denn so was! Blumen auf dem Kopf, mein Herr! Zeigen
sie doch mal bitte sofort Ihren Personalausweis!'' (S.3 , Zeilen 42-43). Durch diese Aktion will der
Polizist dafür sorgen, dass wieder Ruhe in die Gesellschaft einkehrt und das keiner aus der Reihe
tanzt, ganz wie es die Ideale der DDR es vorgesehen haben. Wieder bezogen auf die
Handlungsebene, so hat der Ordnungshüter dies letztendlich auch geschafft, denn zum Ende
hingegen, als der Polizist den Herrn Moritz immer mehr und mehr unter Druck setzt, da beginnt der
''Blumenausfall'' sich auch schnell erkennbar zumachen, bis letztendlich lediglich eine Glatze
vorhanden ist. So hat der Polizist es letztendlich geschafft die Hoffnung, die Sehnsucht nach
Veränderung wieder einzudämmen.
Bezüglich des Erzähler Verhalten handelt es sich hierbei um einen beobachtenden Erzähler, der
einige Tendenzen eines Allwissenden Erzähler aufweist, beispielsweise ist er sich genauesten im
klaren, wie lange der Polizist in der Markthalle angestellt ist, jedoch gibt es keine Anzeichen dafür,
dass er in die Köpfe der jeweiligen Beteiligten blicken kann. Lediglich wird Handlungsverlauf
wiedergeben, ohne groß seine eigenen Ansichten, bzw. Deutung mit rein zu nehmen.
2. Vergleiche die Kritik in Biermanns Kurzgeschichte mit der in Christa Wolfs Artikel.
In Biermanns Kurzgeschichte wird die Kritik gegenüber dem System eher metaphorisch dargestellt.
Hier dient der kalte, der sorgen bereitende Winter als Metapher für sein Anliegen. Hierbei ist zu
beachten, dass der Autor, Herr Biermann, dass er selber Staatsbürger der damaligen DDR war,
sodass man sich stets im Hinterkopf halten musst, dass er nicht allzu Systemkritisch agieren konnte,
denn zur damaligen Zeit Unterlag jedem geschriebenen Werk eine Zensur. Die Staatsmänner hinter
der DDR hatten den klaren Grundgedanken, dass ihr das System das beste war, sodass alle was nun
gegen System gerichtet war, aussortiert werden musste, so wurde zum Beispiel auch Biermann,
aufgrund seiner literarischen Werke, aus der DDR ausgebürgert.
Im Gegensatz zu Biermann, so sucht Christa Wolf eher den direkten Weg, ihr Anlegen kund zu tun.
Christa Wolf macht kein großes Tamtam darum, was sie denkt und was sie von den Bürgern
erwartet. Beispielsweise, so fordert sie jeden Bürger dazu auf ''offen und deutlich seine Meinung zu
sagen und sich nicht einschüchtern zu lassen'' (vgl. S. 4 / Zeilen 3-4). Des weiteren schildert sie ihre
eigenen Erlebnisse, um auch so eine gewisse Nähe zu den Lesern aufzubauen, so beteuert sie unter
anderem, dass sie von klein auf gezwungen wurde nicht als Freidenkerin zu agieren, sondern ohne
jegliche Art Widerstand einfach sich anzupassen, sich einfach dem System zu fügen. Hierbei
untermauert die Autorin ihre Aussage mit einem sehr kritischen Unterton.
Darüber hinaus, schildert sie, ihrer Meinung nach, das schlimmstmögliche Szenario, indem sie ein
konkretes Beispiel mit in ihre Argumentation nimmt. Hier fordert sie jeden einzelnen Bürger dazu
auf gegen das System zu agieren, doch wird sie gnadenlos vom Volke abgelehnt, da diese beteuern,
dass sie Sachen wie Meinungsfreiheit noch nie angewandt, bzw. kennengelernt haben. Somit zeigt
sie also was das für eine Welt wäre, wenn jeder sich vollkommen den Ideal der DDR widmen würde.
3. Bewerte die Art und Weise, in der die Kritik in beiden Texten vorgebracht wird.
Vorweg muss man sich natürlich vor Augen halten, dass beide Autoren eine vollkommen
unterschiedliche Ausgangslage hatten. Wolf Biermann, wo zu Zeiten seiner Veröffentlichung die
DDR noch ganz groß geschrieben war und Christa Wolf, ihre Veröffentlichung im Jahre des
Mauerfalls, als die DDR eigentlich schon Geschichte war.
Biermann hatte natürlich nicht die gleichen Möglichkeiten wie Christa Wolf, da die Zensur und die
ständige Überwachung der Staatssicherheit, kurz Stasi, ihm die Arbeit unmöglich machte. Christa
Wolf hingegen konnte ihre Meinungen laut heraus posaunen, ohne irgendwelche Konsequenzen zu
befürchten.
Nichtsdestotrotz würde ich jedoch eher zu Christa Wolfs Art und Weise tendieren, da ich schon
immer der Auffassung war, dass wichtige Information an die Bürger gebracht werden müssen und
zwar ohne großes Tamtam. Beispielsweise würde ich auch ohne darüber lange nach zu denken
jedenfalls zur Trümmerliteratur in der Literatur der unmittelbaren Nachkriegszeit greifen. Andere
Zweige die sich beispielsweise bei der Literatur der unmittelbaren Nachkriegszeit heraus
kristallisiert haben, können nur bedingt bei mir Ansehen gewinnen. In diesem Sinne finde ich die
Vorgehensweise von Biermann auch eher fraglich, wenn man nun die Zeit der Veröffentlichung
außer acht lässt.
Solche Informationen gehören, genau so wie sie sind, an den Bürger, da bringt es in meinen Augen
nichts, diese Schandtaten oder ähnliches zu verschleiern.