Studiekompasset.dkKlasse: STX 2.g · Fag: Tysk fortsættersprog B
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Die Leiden des jungen Werthers
- Eine Beantwortung von Aufgabe 2, 5, 10 und 11
Die Geschichte, ”Die Leiden des jungen Werthers” (Johann Wolfgang Goethe, 1774), handelt von
dem jungen Träumer, Werther, der von seiner Heimat wegreist, damit ein junges Mädchen ihre
leidenschaftliche Liebe zu ihm vergiβt. Er kommt zu einer kleinen, schönen Stadt, wo er sich richtig
wohl befindet, und durch einsame Wanderungen in der wunderbaren Natur findet er eine reiche
Welt in sich selbst. Er schreibt von dieser schönen Zeit an seinen besten Freund, Wilhelm. Und es
ist durch diese persönlichen Briefe, dass man seine Gefühle und Gedanken kennenlernt.
Goethe hat diese moderne, subjektive Briefform gewählt, weil das Thema der Geschichte subjektiv
ist und diese persönliche Form verlangt. Goethe sorgt dann dafür, dass der Leser sich als Adressat
fühlt und glaubt ein intimes Verhältnis zu der Hauptperson zu haben. Diese Briefe geben einen
Einblick in die Seele des Absenders und ”gehören unter die wichtigsten Denkmäler, die der
einzelne Mensch hinterlassen kann” (Zitat von Goethe, Seite 75
14
). Die Briefform war auch
höchste, literarische Mode in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und Goethe folgte das
Beispiel seiner Vorbilder.
Dieser Briefroman ist ein Teil von dem Genre des Ich-Romans. Das ist in dieser Geschichte gezeigt,
indem Goethe als die Hauptperson Werther auftritt und von seinen persönlichen Erlebnissen und
seinen abgelehnten, leidenschaftlichen Gefühlen für die 19-jährige Charlotte Buff erzählt. Wegen
dieser subjektiven Form ist die Perspektive begrenzt, und die Umwelt wird durch die Augen der
Hauptperson erlebt. Der Leser versteht also genau so wenig von den Gedanken und Gefühlen der
Umwelt als die Hauptperson. Diese Form wird oft im psychologischen Entwicklungsroman
gefunden.
Werther verbringt also eine schöne Zeit in dieser Stadt und schreibt viele glücklichen Briefe an
Wilhelm. In der paradiesischen Natur findet er Linderung für sein Herz, und die Einsamkeit ist
köstlicher Balsam für seine Seele. Die Schönheit dieser Gegend bezaubert ihn, und er ist nie ein
gröβerer Maler gewesen als jetzt, weil er diese wunderbare Natur nicht zeichnen kann – manchmal
sehnt er sich doch nach der Kunst und wünscht, dass er dieses Paradies einhauchen konnte. Aber er
hat seine Auffassung von dem wahren Künstler geändert. Er findet nicht länger, dass der Künstler
die Natur verschönern oder ändern soll, denn die Natur ist der gröβte Künstler, und die allein bildet
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den groβen Künstler, indem er die Schönheit der Natur auf seinen Papieren spiegelt. Oder im
Vergleich mit der Gesellschaft: ”Ein Mensch, der sich nach ihnen bildet, wird nie etwas
Abgeschmacktes und Schlechtes hervorbringen…” (Seite 15
12
).
Im Gefühle von ruhigem Dasein macht Werther sich viele Gedanken über das Leben und meint,
dass es eigentlich nur ein Traum ist, und dass es ein anderes, richtigeres Leben gibt. Im Gegensatz
zu den meisten Menschen und der Gesellschaft findet er nicht, dass man jeden Schlag, den das
Schicksal einem gibt, aushalten soll, aber dass es in Ordnung aufzugeben ist, wenn es zuviel wird.
Werther kann nicht wie andere Menschen das Leben akzeptieren und mehr aus ihm machen, wenn
es für ihn zu streng ist. Er meint, dass der Tod die Freiheit ist, und ”…dass er diesen Kerker
verlassen kann, wann er will” (Seite 13
8
).
Eines Tages trifft Werther dann die junge Tochter eines Amtmannes, Charlotte (normalerweise wird
sie nur Lotte genannt), und er verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Sie ist aber mit dem jungen
Albert verlobt, der auf einige Zeit weggereist ist. Trotzdem verbringt Werther sehr viele Zeit
zusammen mit Lotte, faktisch jeden Tag. Am Anfang bei der ersten Begegnung und auf dem Ball
wird er von ihrer reizvollen Schönheit und ihrer Ausstrahlung bezaubert; sie ist wie kein von den
Mädchen, die er zuvor getroffen hat, denn ihre Bewegungen, ihr Benehmen und ihr Gedankengang
faszinieren ihn. In ihrem weiβen Kleid strahlt sie Unschuld aus, und sie wird von Werther wie ein
perfekter Engel aufgefassen.
Werther lebt diese paradiesischen Gefühle völlig aus, und seine Liebe wird in seinem Benehmen
gespiegelt. Er ist so glücklich wie nie zuvor, und die Welt kommt ihm ganz neu und wunderbar
vor… als ein Paradies. Manchmal bildet er sich auch ein, dass seine Liebe sich in den Augen Lottes
spiegelt – dass sie ihn vielleicht auch Lieb hat. Aber in dieser Zeit wird es für ihn immer
schwieriger sich in die Gesellschaft einzuordnen. Er passt nicht ein, aber er kümmert sich nicht
darüber und tut, was er will, und wann er will. Diese Entwicklung seines Charakters wird sehr
deutlich, als Albert nach Hause kommt, weil dann benimmt er sich kindisch und unkonventionell.
Auch Werthers Gefühle für lotte ändern sich, weil langsam wird seine Faszination zu einer
leidenschaftlichen Liebe, und Werther lebt für die Augenblicke und die zufälligen Berührungen, die
er mit Lotte hat. Sie ist ihn heilig geworden, und er ist wie beseβt von ihr. Unbewuβt will er das
haben, was er nicht haben kann (sie gehört ja einen anderen Mann), und deswegen verliert er nicht
sein Interesse an ihr. Er stöβt die Tatsache von sich, dass sie unerreichbar ist. Aber unbewuβt ist es
ihm klar, und das Gefühl von Ohnmacht und Leere zerfriβt ihn von innen. Das Einzige, das ihm
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Linderung für dieses gibt, ist Lotte. Als Lotte sowohl die Ursache als auch die Heilung ist, erlebt
Werther sie aber langsam als seine Krankheit.
Mit Alberts Rückkehr wird Werther endlich völlig deprimiert. Jetzt sieht er ein, dass er Lotte nicht
haben kann oder darf – aber auf der anderen Seite kann er auch nicht ohne sie leben. Sie ist sein
einziges Gebet, und unglücklich und melancholisch sieht er kein anderes Ende auf sein Elend als
das Grab. Denn seine Gefühle für Lotte hat keine Zukunft, obwohl sie ihn wahrscheinlich Lieb hat
(wir wissen es nicht, weil wir die Geschichte nur durch Werthers Augen sehen). Lotte ist ein Teil
der Gesellschaft, und sie kann ihre Verlobung mit Albert nicht nur so lösen oder mit Werther
weglaufen, weil sie auf dem Sterbebett ihrer Mutter versprochen hat, sich mit Albert zu verheiraten.
Sie muβ auch auf ihre kleinen Geschwister und ihren Vater aufpassen und hat ihr ganzes Leben in
der kleinen Stadt. Obwohl sie also Gefühle für Werther hat, und es manchmal schwierig für sie ist,
Werther in angemessener Entfernung zu halten und ihre Gefühle zu leugnen, gibt sie nicht für ihn
nach. Sie will gern ihr Herz folgen und die Natur repräsentieren, aber es gibt zu viele Dinger,
Menschen und Verpflichtungen, die sie dazu zwingen, die Gesellschaft zu repräsentieren, und
deswegen muβ sie die Konventionen folgen. Und deswegen haben Werther, der die Natur
repräsentiert, und sie keine Zukunft zusammen und können nicht zusammen sein.
Als Werther dies langsam einsieht, wird es ihn klar, dass er weg muβ, und er verläβt die kleine
Stadt und Lotte. Hätte er das nicht getan, wäre er wahrscheinlich in der Stadt zugrunde gegangen.
Und das ist genau, was passiert, als er zurück kommt…
”Ich sitze in meinem Jammer, ich harre auf den Morgen in meinen Tränen. Wühlet das
Grab, ihr Freunde der Toten; aber schlie
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t es nicht, bis ich komme. Mein Leben schwindet
wie ein Traum, wie sollt’ ich zurückbleiben…” (Seite 62
14
)