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Der Fischer | Analyse og fortolkning
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Analyse og fortolkning af ”Der Fischer”
Die Ballade „Der Fischer“ ist im Jahr 1779 in Weimar entstanden. Goethe ist zu diesem Zeitpunkt schon vier Jahre als Verwaltungsbeamter und Politiker am Hof des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar tätig. Trotz Zeitmangels erschafft der Dichter im Verlauf seiner rasanten politischen Karriere zahlreiche Gedichte, die der Epoche des „Sturm und Drang“ zugeordnet werden können. Auch das Gedicht über den Fischer, der angelnd am Ufer sitzt, bis ein weibliches Meereswesen vor ihm auftaucht und ihn mit sich in die Tiefe lockt, entspricht diesem Stil.
Zum einen erzählt der Text eine Geschichte und enthält Sequenzen mit direkter Rede. Dies sind die Merkmale einer Ballade, die ein populäres Medium der Stürmer und Dränger war. Zum anderen greift er thematisch die Natur auf und beschreibt diese als das Ursprüngliche, Göttliche und Echte.
Die Darstellung des Wassers als verführerisch, geheimnisvoll und lockend eröffnet dem Leser mehrere Interpretationsmöglichkeiten. Goethe selbst hat zu diesem Gedicht gesagt, es sei darin nur das anmutige Gefühl des Wassers beschrieben, das uns im Sommer zum Baden einlade, und weiter nichts. Dies wäre jedoch eine Ausnahme im Schaffen eines Autors, der in seinen Verszeilen stets einen Sinn hinter Doppeldeutigkeiten verborgen hat.
Die Ballade besteht aus vier Strophen zu je acht Versen, die als Endreim einen Kreuzreim aufweisen. Das Reimschema der Strophen entspricht folglich „ababcdcd“. Durch den regelmäßigen drei- bis vierhebigen Jambus hat das Gedicht einen ausgeglichenen rhytmischen Klang. Dieser entspricht dem Auf- und Abschwellen des Wassers. Ein weiteres, häufig verwendetes Mittel ist die Wiederholung: „Und wie er sitzt, und wie er lauscht“, „Mit Menschenwitz und Menschenlist“, „Lockt dich der tiefe Himmel nicht, [...] Lockt dich dein Angesicht“, „Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm“, „Halb zog sie ihn, halb sank er hin“. Das Gedicht ist dadurch leichter zu merken. Es ist eindringlicher und rhythmischer.
Die wichtigste Wiederholung findet sich zu Beginn der ersten und der vierten Strophe: „Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll.“ Sie gliedert den Inhalt, indem sie die Eingangsstrophe einleitet, in der dem Leser der angelnde Fischer und das „feuchte Weib“ vorgestellt werden, und kennzeichnet die Endstrophe, in der der Fischer zum Teil von dem Meeresweib, zum Teil durch das eigene Verlangen überzeugt wird, sich mit dem Wasserelement zu verbinden. Die beiden Mittelstrophen sind dadurch herausgehoben. Sie stellen den Gesang des Meeresweibes dar.
Wer genau ist das „feuchte Weib“? Eine Nixe, eine Sirene oder vielleicht sogar das zur Figur gewordene Element selbst? Sie ist beides und darüber hinaus der Spiegel zur Seele des Fischers.
Ihre Worte geben seine Empfindungen wider. Ihre Funktion als Sinnbild des Wassers und folglich als Stellvertreterin der Natur entspricht seiner Funktion als Stellvertreter des Menschen, der sich mit der Natur vereinigen möchte. Das Auftreten als Nixe oder Sirene und somit als ein irreales Wesen verweist darauf, dass die Erscheinung sich in der Fantasie des Fischers abspielt. Es ist nicht sie, die ihn lockt, sondern „der tiefe Himmel“ und sein „eigen Angesicht“.
Daher ist es seine eigene Entscheidung, auf den Meeresgrund herunterzusteigen und dadurch „gesund“ zu werden. Darunter ist ein Entsagen der irdischen Mühen und Unruhen, ein Aufgeben von „Menschenwitz und Menschenlist“ zu verstehen, um schließlich eine Verbindung mit dem „Ewigen“ einzugehen. Goethe greift mit der Lockung durch das eigene Angesicht einen bekannten Mythos über einen Jüngling auf, der aus Liebe zu seinem Gesicht, das sich in einer Quelle spiegelt,
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an der selben Quelle verstirbt. Diese Geschichte hat in der Literatur zahlreiche Verarbeitung gefunden und ist in der Literaturwissenschaft als das Narziß-Motiv bekannt.
Die Thematik des Selbstmordes hat den Autor auch über die Dichtung hinaus beschäftigt. Zu Frau von Stein schrieb er über die Selbstmorde in seiner Umgebung: „Diese einladende Trauer hat was gefährlich Anziehendes wie das Wasser selbst, und der Abglanz der Sterne des Himmels, der aus beiden leuchtet, lockt uns“. Diese Gedanken könnten den Ursprung des Gedichts bilden, beschreiben sie doch die sehnsuchtsvollen Empfindungen der Hauptfigur.
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